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1970 – 2010 – 40 Jahre HGS!

„In der aufstrebenden Gemeinde Seelze wird sich auch bald einkaufs­mäßig was tun. Darüber sind sich jedenfalls alle Verantwortlichen – also neben Rat und Verwaltung insbesondere die Seelzer Kaufleute – im kla­ren, die sich in diesen Tagen zu einer Interessengemeinschaft zusam­menschlossen. Sie alle wollen gemeinsam nach Lösungen suchen, um Seelze so bald wie möglich zu einem Einkaufszentrum von Rang zu machen. Der Initiativausschuß des Seelzer Einzelhandels, dem Frau Schomburg, Artur Pommerenke, Karl H. Jung, Wolfgang Rindfleisch und S. Reinke angehören, tritt am Donnerstag, 15. Oktober, zusammen, um für das gemeinsame Anliegen der Seelzer Kaufleute die ersten kon­kreten Ansätze zu setzen.“

... soweit der Rundblick am 15. Oktober 1970. Tatsächlich fand wenige Tage später, am 26.10.1970, in Anwesenheit von 30 Gewerbetreiben­den aus Seelze sowie Gemeindedirektor Hans Wittek und Bürgermeister Artur Janz die Gründungsversammlung der Interessengemeinschaft Seelzer Kaufleute, ISK, statt.

Zum ersten Vorstand wurden an diesem Tage gewählt:

Voller Tatendrang wurde in dieser Gründungssitzung weiterhin be­schlossen, die Hannoversche Str. in der Weihnachtszeit mit Lichterketten zu schmücken und mit der Aktion „Bleib am Ort“ – einer Rabattkarten­aktion mit Märchenmotiv – unmittelbar den lokalen Einzelhandel zu stärken. So wurden bereits in der Geburtsstunde der Interessenge­meinschaft auch Ideen geboren, die im Laufe der Jahre konsequent weiterentwickelt wurden: Heute werden in der Weihnachtszeit von der HGS alle Seelzer Ortsteile mit den inzwischen traditionellen Weihnachts­sternen illuminiert, und eine Vielzahl von Betrieben in Seelze und Letter nehmen an der alljährlichen Adventsaktion der HGS teil.

Der Blick in die Archive der HGS offenbart übrigens ein weiteres interes­santes Detail aus der Gründungszeit: Die im oben zitierten Rundblick-Artikel beschriebene Sitzung, innerhalb derer die darauffolgende Grün­dung beschlossen wurde, fand in der „Michelstube“ des damaligen Seelzer Gasthauses „Alter Krug“ statt. So mutet es fast als logische Konsequenz an, dass sich HGS, Politik und Verwaltung im Rahmen des 2006 gegründeten Citymarketings zu Michael von Obentraut als Imageträger der Stadt bekannt haben und darauf aufbauend mit der Kampagne „ObenTRAUT – wir trau´n uns!“ im Jahr 2010 die Landes­kampagne „Ab in die Mitte“ gewinnen konnten. Auch weitere, in den frühen 70´er Jahren beschlossene Maßnahmen der Interessengemein­schaft scheinen – wenn auch den jeweiligen Möglichkeiten der Zeit an­gepasst, unverändert aktuell zu sein: 1971 kam zum Weihnachtspreis­ausschreiben, dessen Gewinne von Jahr zu Jahr wuchsen, ein Oster­malwettbewerb dazu; 1972 wurden – wie auch bei allen aktuellen Wer­bekampagnen – anlässlich des Besuches einer Delegation aus der fran­zösischen Partnergemeinde Grand Couronne die Einzelhändler aufge­fordert, ihre Schaufenster passend zu dekorieren, und der erste Vorsit­zende Wolfgang Rindfleisch regte die erstmalige Auflage eines "„Seel­zer Ratgebers“ mit allen für die Seelzer Bevölkerung wichtigen Informa­tionen an. 1974 schließlich beschloss man, an der seitlichen, freien Fas­sade der Hannoverschen Volksbank in der Hannoverschen Str. (heute Fleischereifachgeschäft Moll) keine feststehende und damit inhaltlich recht statische Werbefläche anzubringen, sondern vielmehr aus dem Obergeschoss des Nachbargebäudes über einen Diaprojektor mit wechselnden Werbungen zu bebildern. Artur Kurth jun., damals gerade in das väterliche Geschäft eingestiegen, nahm sich dieser technisch anspruchsvollen Aufgabe an. Seine konsequente Arbeit für die HGS mündete schließlich in die Wahl in deren Vorstand im Februar 2009.

Da die ISK nach nur drei Jahren – nicht zuletzt durch das zunehmende Interesse des Handwerks – stark gewachsen war, trug man diesem Um­stand in der Jahreshauptversammlung am 12.06.1974 Rechnung: Die Interessengemeinschaft Seelzer Kaufleute, ISK, wurde umbenannt in Gemeinschaft für Handel und Gewerbe Seelze, HGS.

Das Protokoll derselben Hauptversammlung zeugt übrigens auch von der Weiterentwicklung der HGS von einer reinen Werbegemeinschaft hin zu einer Gemeinschaft, die bei städtischem Handlungsbedarf ver­schiedenster Art Initiative zeigte: So wurde die Aktion „Sauberes Seelze“ ins Leben gerufen, indem ein Spendenkonto eingerichtet wurde und sich insbesondere die Einzelhändler verpflichteten, vor ihren Geschäf­ten auf eigene Kosten Papierkörbe aufstellen zu lassen.

1976 wurde dann der Grundstein für den ersten Seelzer Weihnachts­markt im Bereich „Schillerstr., Alter Krug und Parkplatz Volksbank“ ge­legt. Nach einigen Umzügen fand dieser schließlich in den 1990´er Jah­ren seinen endgültigen Standort im malerischen Bereich rund um die Seelzer Martinskirche, wo er sich durch das jahrzehntelange, schier un­ermüdliche Engagement von Rosemarie Meyer (Kreuz-Drogerie) zu einem der schönsten der gesamten Region Hannover entwickelt hat.

Ebenfalls auf die 70´er Jahre gehen die ersten Bemühungen eines – damals natürlich nicht so titulierten – Corporate Designs zurück, indem die HGS ihren Mitgliedsbetrieben als einheitliches Erkennungsmerkmal „den Seelzer Hahn“ als Druckvorlage kostenlos zur Verfügung stellte, verbunden mit der Bitte, diesen in alle Anzeigen des Betriebes einzu­binden.

Im Jahre 1980 erklärte der erste Vorsitzende Wolfgang Rindfleisch nach fast zehnjähriger Tätigkeit auf der Jahreshauptversammlung seinen Rücktritt und wurde von Karl-Heinz Behrens abgelöst, dem bereits ein Jahr später Dieter Görke als erster Vorsitzender nachfolgte.

Dieter Görke sorgte im selben Jahr erstmals für eine ordentliche Sat­zung des Vereins, nach Prüfung durch Rechtsanwalt Dieter Weisbach beschlossen auf der Mitgliederversammlung am 28. Oktober 1982, so­wie für eine stärkere Ausrichtung der HGS auch auf Handwerksbetrie­be. Darüber hinaus richtete die HGS 1984 unter seinem Vorsitz auch den ersten Neujahrsempfang in den Räumen der Calenberger Volks­bank aus, der sich sofort auch seitens der Öffentlichkeit sowie in Politik und Verwaltung großer Beliebtheit erfreute. Wiederum unter Federfüh­rung von Rosemarie Meyer wurde der Neujahrsempfang der HGS in den kommenden Jahren zu einer festen Institution ausgebaut, wobei sie immer besonderes Augenmerk auf interessante Gastreferenten so­wie abwechslungsreiche musikalische Darbietungen legte.

Im Jahre 1986 wurde Andreas Friedmann als erster Vorsitzender ge­wählt, da Dieter Görke aufgrund seiner gleichzeitigen Tätigkeit als Obermeister der Elektroinnung das Amt des HGS-Vorsitzenden zeitlich nicht mehr wahrnehmen konnte. Gemeinsam mit Rosemarie Meyer – ebenfalls 1986 in den HGS-Vorstand gewählt – baute Andreas Fried­mann die mittlerweile gut etablierten HGS-Veranstaltungen weiter aus und verstärkte insbesondere die Zusammenarbeit mit der Stadt Seelze, gleichzeitig aber auch die Interessenswahrnehmung der Seelzer Wirt­schaft gegenüber Rat und Verwaltung. So brachten er und Rosemarie Meyer sich sehr stark in vermittelnder Funktion ein, als Klagen von Anwohnern die Sanierung und den Ausbau des gesamten Komplexes „Alter Krug“ im Seelzer Zentrum in den 1990´er Jahren zu Fall zu bringen drohten. Das gemeinsame Engagement von Rat und Verwaltung gemeinsam mit der HGS schließlich ermöglichten den erfolgreichen Abschluß des für Seelze essentiellen Projektes im Jahre 1998.

Nach schließlich 16-jähriger, erfolgreicher Amtszeit als erster Vorsitzen­der der HGS zwangen Andreas Friedmann seine vielfältigen beruflichen Aktivitäten im Ausland, einen potentiellen Nachfolger für sein Amt zu suchen. Mit diesem Ansinnen kam er auf Dr. Thomas Meyer – Sohn von Pharmazierat Constantin Meyer (Kreuz-Apotheke, Seelze) und seiner Frau Rosemarie – zu, der gerade erst nach acht Jahren Abwesenheit bedingt durch Pharmaziestudium und Doktorarbeit nach Seelze zurück­gekehrt war. Nach kurzem Zögern aufgrund der geringen Kenntnis von Strukturen im Ort entschloss er sich jedoch, für das Amt zu kandidieren, nicht zuletzt da er davon überzeugt war, als Unternehmer gerade in relativ kleinen Orten wie Seelze nachhaltig nur etwas für das eigene Unternehmen erreichen zu können, wenn man bereit sei, sich über die­ses hinaus für den Ort selbst zu engagieren.

Unter seinem Vorsitz seit November 2002 und mit seinen Vorstandskol­legen Artur Kurth (zweiter Vorsitzender), Gerd Kalendruschat (Vorstand Finanzen), René Hilscher und Klaus Wesemann wurde die Arbeit seines Vorgängers Andreas Friedmann konsequent weiterentwickelt, und die HGS konnte einen deutlichen Aufschwung vermerken:  Die Anzahl der Mitgliedsbetriebe stieg schnell auf mittlerweile über 120 an, im gesam­ten Außenauftritt wurde der Gedanke eines „Corporate Designs“ umgesetzt, und die zahlreichen Aktivitäten der Gemeinschaft wurden gebündelt und sprechen mit der Frühjahrsmesse, der Seelzer Wirt­schaftsshow, oder dem „Goldenen Sonntag mit Kartoffelmarkt“, jetzt Obentrautmarkt, alljährlich mehrere tausend Besucher an. Darüber hi­naus wurde die Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung, insbesonde­re in Person des Bürgermeisters Detlef Schallhorn als auch der Wirt­schaftsförderin, Andrea Kämmerer, zur Weiterentwicklung des Standor­tes Seelze unter Nutzung von Synergien signifikant intensiviert. Ein Ergebnis dieser Zusammenarbeit ist die erfolgreiche City-Marketing-Kampagne “ObenTRAUT-wir trauen uns”, mit der Seelze unter Feder­führung der Citymarketing-Beauftragten der Stadt, Gabriela Giesche, mit Unterstützung der couragierten Citymarketing Förderin Evelyn Wer­ner einen stattlichen Geldpreis beim Landeswettbewerb “Ab in die Mit­te” 2010 gewonnen hat.

Daneben ist und bleibt es natürlich Hauptaufgabe der HGS, respektive Ihres Vorstandes, den Seelzer Bürgerinnen und Bürgern das große und breit gefächerte Leistungsspektrum von Seelzes Betrieben aufzuzeigen bzw. bewusst zu machen: So decken die zur Zeit 125 Mitgliedsbetriebe alle erdenklichen Branchen vom Einzelhändler über Dienstleister im wei­testen Sinne wie etwa Rechtsanwälte, Steuerberater, Versicherungs­unternehmen und Zahnärzte bis hin zu Handwerksbetrieben und auch Industrieunternehmen ab. Eben diese Heterogenität stellt natürlich auch eine große Herausforderung an den HGS-Vorstand dar, muss doch bei allen (Marketing-) Aktivitäten der HGS grundsätzlich ein ge­meinsamer Nenner gefunden werden, der die Maßnahmen für alle Mit­glieder gleichermaßen interessant macht.

Mit dem Handwerkerstammtisch, 2010 initiiert durch Vorstandsmitglied Klaus Wesemann gemeinsam mit der Wirtschaftsförderin der Stadt, An­drea Kämmerer, wird den Handwerksbetrieben, explizit auch Nicht-HGS-Betrieben, ein Forum geboten, das den ungezwungenen direkten Erfahrungsaustausch im persönlichen Gespräch zwischen den Unter­nehmen, gerade in handwerksspezifischen Fragen, erlaubt. Bereichert wird die Veranstaltung dadurch, dass bei jedem Termin einleitend ein für Handwerker relevantes Thema durch einen Referenten vorgestellt wird, das dann als Diskussionsgrundlage aufgegriffen wird. Auf dieser Basis können sich gerade für Handwerksbetriebe auch sehr interessante Synergien für künftige Kooperationen entwickeln.

Über das Portfolio der genannten Maßnahmen will der HGS-Vorstand gemeinsam mit der Stadtverwaltung Seelze zu einem lebenswerten und interessanten Einkaufs- und Wirtschaftsstandort zu entwickeln, der in der Lage ist, den Grundbedarf seiner Einwohner genauso abzu­decken wie die Nachfrage nach einem differenzierten Leistungs- und Serviceangebot. Verbunden mit der Möglichkeit, in den einzelnen Orts­teilen in gemütlicher dörflicher Atmosphäre bei gleichzeitig schnellst möglicher Anbindung an den Großraum Hannover zu leben, bietet sich hier eine einzigartige Kombination!



10.05.12 13:03

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HGS Seelze 2009